Donnerstag, 17. August 2017

In Tschawosch um a Bock gscheiwelt

Am voriche Sunntach war, wie mir jo schun gschrieb hun, in Tschawosch Kerwei, in dem kleene Grenzdorf, wu immer wenicher Leit lewe, wu ’s immer wenicher Kiner get un wu mr die jungi Leit schun an de Fingre zähle kann. Awer Kerwei feire se immer. Die, die wu noch im Dorf wohne, un die, wu schun vor Johre in anri Ortschafte, die näkschter zur Stadt sin, abgewanert sin. An de Kerwei kumme se awer alli zuruck un bringe sich noch a Mädche, a Bu oder anre Freind mit. So sein aa die elf Kerweipaar zammkumm: de Lech Edi mit de Höfler Irmgard, Popadici Tomi mit de Popadici Marlene – des ware die zwaa Geldherre – de Loch Helmut mit de Daum Rosemarie, Loch Bernhard mit de Schummer Renate, Werth Gerhard mit de Dreier Elfriede, Lang Erich mit de Loch Sabine, Dick Walter mit de Barth Irmgard, Dick Gerhard mit de Stoian Simona, Kilzer Fredi mit de Engelmann Eveline, Dragossy Siegfried mit de Lang Elfriede un de Putz Albert mit de Kühn Elke. Die Kerwei hat samstachs ongfang, no is de ufgeputzti Kerweistrauß in die Korperativa getraa un in die Auslach gstellt wor, wu er bis sunntachs geblieb is. ’s ganzi Dorf war schun am Samstach ufm Kopp gstan, die Weiwer hun ihre letzti Arweit gemach, de Kuche un die Tortne ware jo schun geback, die Hingl gschlacht, ’s Greenzeich geputzt, die Heiser geweißelt un die Gasse gekehrt. Die Männer hun de Wein eingekiehlt, de Reiser Thomas, der Wert un aa Friseur is, hot aach schun alles vorbereit ghat, alles hot uf die Johrmarker Kaszner-Kapell gewart. ’s war scheen un lustich nit nor im Tanzsaal, aa im Wertshaus, wu die Männer um a Bock gscheiwelt hun, uner ihne de Loch Thomas, Iancu Adam, Sauer Sepp, Gabschik Stefan, un de Csany Johann.
Die Kerwei is jo iwerall a großes Fest, in so oom kloone Ort awer is se a Erlebnis. Dran sollte alli jungi Leit denke, die geere Kerwei feire meechte, awer sich iwer Geldherre nit eenich were oder sunscht uf des ooni oder anri stoße. So geht’s nämlich de Freidorfer Buwe, sie wolle un traue sich nit. Holt Eich zamm, Buwe, un schiebt nit alles uf die langi Bank. Un die Auslage sin immer so groß, wie groß mr se macht.
Binder Marie

aus NEUE BANATER ZEITUNG, Temeswar, 30. August 1980

Dienstag, 8. August 2017

Personelle Erneuerung im Ingolstädter BdV-Vorstand

Der Kreisverband Ingolstadt des Bundes der Vertriebenen hatte für Sonntag, den 12. November 1995, eine Delegiertenversammlung der ihm angeschlossenen Landsmannschaften und Heimatortsgemeinschaften einberufen. Als wichtigster Tagesordnungspunkt stand die Neuwahl des Vorstandes an. An der Versammlung nahmen 72 Delegierte teil. Sie stammen aus dem Banat, Böhmerland, aus Niemes, Oberwischau, Pommern, Schlesien, Siebenbürgen und aus dem Sudetenland.
In seiner Begrüßungsansprache verkündete der amtierende stellvertretende Vorsitzende Otto Glöser, daß am Vortag der langjährige Kreisvorsitzende des BdV-Ingolstadt und Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Eduard Steurer verstorben sei. Otto Glöser würdigte die allseits anerkannte Tätigkeit des rührigen sudetendeutschen Landsmannes, der vor 94 Jahren das Licht der Welt in Kumbach im Bregenzer Wald erblickt hat. Eduard Steurer war in gleichem Maße sowohl seiner vertriebenen Gemeinschaft als auch seiner nach 1948 neu erschlossenen Heimat ergeben. Von 1962 bis 1972 war er auch Mitglied im Stadtrat Ingolstadt.
Nach einer Schweigeminute setzte die Delegiertenversammlung ihre Arbeit fort. Über den Tätigkeits- und Kassenbericht kam man zügig zur Entlastung des alten Vorstandes und zu den Neuwahlen. Laut der Verbandsordnung des BdV-Bayern, dem auch der BdV-Ingolstadt angehört, musste die Wahl des Vorsitzenden und der vier Stellvertreter in geheimer Einzelabstimmung vorgenommen werden.
Zum Vorsitzenden wurde (mit 69 Ja- und 3 Nein-Stimmen) Johann Metzger, einer der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der 40-jährige gebürtige Sanktandreser war der Favorit der in die Jahre gekommenen Vorstandschaft des BdV-Ingolstadt, hat er doch als Vorsitzender der Vereinigung der Banater Schwaben in Ingolstadt schon viel Erfahrung in der Vereinsarbeit gesammelt. Seine erfolgreiche Tätigkeit in der Kommunalpolitik lässt hoffen, dass die Landsmannschaften auch weiterhin als bereicherndes Element des hiesigen Brauchtums- und Kulturlebens betrachtet werden. Trotz aller Unkenrufe, die dem BdV landauf, landab ein absehbares, biologisch bedingtes Ende bescheinigen, ist in Ingolstadt eine Verjüngung dieses Verbandes gelungen, die wohl auch jenen den Wind aus den Segeln holen wird, die allzu gerne und stets voreilig das Wort Revanchismus in den Mund nehmen, wenn Vertriebene ihre Trachten anziehen und sich in ihrer Mundart unterhalten oder ehrfurchtsvoll – aber immer vorwiegend vom Heimweh und nicht von Rachegefühlen bewegt – ihren Vertriebenenpolitikern lauschen.
Neben Johann Metzger, der sich im März zur Wahl des Ingolstädter Stadtrates auf der CSU-Liste stellen wird, hat auch der junge, aber äußerst engagierte Tanzgruppenleiter der Siebenbürger Sachsen aus Ingolstadt Walter Schuller den Sprung in den engeren Führungskreis des BdV-Ingolstadt geschafft. Er wurde mit einem guten Wahlergebnis zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.  Die anderen drei Stellvertreter sind: Otto Glöser (Sudetenland), Oswin Dotzauer (Egerland) und Karl-Heinz Priemer (Sudeten-Schlesien). Dem 20-köpfigen Vorstand gehören auch die Banater/in Franziska Graf (Schriftführerin) und Horst Unterweger (stellvertretender Kassier) sowie der Vorsitzende des Kreisverbandes Ingolstadt der Siebenbürger Sachsen Ludwig Seiverth an. Alle anderen Sitze wurden paritätisch auf die angeschlossenen Verbände verteilt.
Vertriebene und Aussiedler haben in dieser Delegiertenversammlung bewiesen, dass ihre schicksalhaften  Gemeinsamkeiten die deutsche Verbands- und Kulturlandschaft auch weiterhin beleben werden. Eduard Steurer wäre mit dem hoffnungsträchtigen Bekenntnis seines Verbandes zum Weitermachen mit einer verjüngten Führungsmannschaft bestimmt zufrieden gewesen.

Anton Potche

Dienstag, 1. August 2017

Johrmarker Sprich un Sprichelcher - 94

Des halt warm wie e alte Strohhut im Winter.

☻     ۩     ☺
Gsammelt vum Frombach Franz alias Gerwer Franz  (1929 - 1999)

Dienstag, 25. Juli 2017

Dreizehn Paare

Dreizehn Paare werden am Wochenende beim Kerweifest in Gottlob aufmarschieren. Erster Geldherr ist Roland Hoff mit Melitta Bucika, zweiter Johann Kovacs mit Renate Ciocani. Es spielt die Jahrmarkter Kaszner-Kapelle. Kerwei wird ferner gefeiert in Tschanad, Großsanktnikolaus, Triebswetter, Schimand, Warjasch, Billed, Schag, Nitzkydorf, Engelsbrunn und Guttenbrunn. Hier sind Vortänzer die Geschwister Marita und Hartwig Scheirich, Nachtänzer Hiltrud LulayEmil Nimigean.

aus NEUE BANATER ZEITUNG, Temeswar 29. August 1980

Dienstag, 18. Juli 2017

Zu Weihnachten viel Glück

                                   für Hans

Ein Sohn folgt dem Ruf der Ferne
Und flieht – fast noch ein Kind – aus dörflicher Wärme.
Angststürme durchwühlen Elternherzen,
Traurig flackern Weihnachtskerzen.

Wo mag er jetzt sein, in dieser kalten Welt?
Hat sein Mut ihm die Freiheit geschenkt?
Bringt die Sehnsucht ihn wieder zurück?
Ein Dorf wünscht ihm zu Weihnachten:
Viel Glück!

Jahrmarkt, 1970
Mark Jahr

aus DER DONAUSCHWABE, Aalen, 24./31. Dezember 1995

Dienstag, 11. Juli 2017